Musikbewegungen: Mundart-Rap wird cool

Vorbei die Zeit von Aggro Berlin und ihrem großspurigen Großstadt-Rap. Heute kommt das frischeste Sound-Gemüse in Sachen Sprechgesang aus der Provinz. Die Texte werden nicht in hochdeutsche Phrasen gepresst, sondern bleiben unbehandelt und werden mit Lokalkolorit in Mundart abgetextet. Gerade um die Industrie-Stadt Linz in Oberösterreich nähert sich die Jugend der eigenen Soundkultur mit großen Schritten an.

Urgestein zuerst:

Skero feat. Joyce Muniz

Noch im Sommer 2010 hat es der Texta-Mann Skero mit Joyce Muniz im Gepäck diesem Song an die Alpen-Charts geschafft. Das geniale an dem Song: Mundart-Rap ist das erste Mal breitentauglich und tanzbar. Die Bilder wollen noch auf Gangsta machen, wer den Text versteht, hört die Ironie.

Der Künstler:

Big J

Big J studiert an der Kunsthochschule in Linz gewann schon zwei Mal den AUSTRIAN NEWCOMER AWARD. Er setzt seinem industriell geprägten Umfeld mit Sarkasmus und einer Priese Kunst zu. Er verschmilzt typisches Rapper-Gepose mit internationalen Kontakten und mutigen Texten, die in Mundart wesentlich authentischer kommen als in frisiertem Hochdeutsch. Die geniale Wortkreation „Brooklinz“ stammt aus seiner Feder.

Misthaufen-Beatz

Trackshittaz

Die zwei Bauernburschen Manuel Hoffelner als Manix und Lukas Plöchl (G-Neila) aus Freistadt verfremden Megahits und formen eigene Beats zu aufregend witzigen Tracks. Ihr Stil ist etwas elektronischer und damit auch für Nicht-Rap-Fans machbar. Lukas kommt damit sogar in die letzten Runden einer Casting-Show und macht so im deutschen Sprachraum Furore.

Damit ist klar:

Superlocal ist auch das Musikthema 2011. Künstler zum Anfassen sind nun mal spannender als unerreichbare Plastik-Figuren.

Du hast noch Beispiele für Superlocal Music die Funktioniert?

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Was halten Sie von Daily Booth?

Vielleicht haben Sie schon davon gelesen: A Photo a Day, A Picture A Day und ähnliche Web-Initiativen riefen Menschen dazu auf, jeden Tag ein Foto von sich zu machen und ins Web zu stellen. Ganze Blogs wurden so mit fragwürdig guten und interessanten Bildern gefüllt. Sogar ganze Filme entstanden. Ursprünglich als soziales Experiment gedacht, hat es wohl nun Web 2.0 Beine bekommen und läuft von Selbst:

Mashable und Fudder berichteten vor kurzem über DAILY BOOTH.

Beim Webdienst wird propagiert, dass ein Bild mehr als tausend Worte sagen würde und man bei Ihnen auch frei wäre, diese mehr als tausend Zeichen zu einem Bild zu posten. Natürlich ist die Seite aus UK auf Smartphones wie das iPhone 4 optimiert und freut sich über share-wütige Mitmacher. Quasi so eine Art Twitter für Fotos mit unendlich langen Texten.

Hier das Erklärungs-Video der Macher

Take the DailyBooth Tour. from jon on Vimeo.

 

Was halten Sie von Daily Booth?

Ist es das nächste große Ding nach Twitter, Facebook und Foursquare? Ist es wie Chatroulette nur ein One-Hit-Wonder?

Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare!

Ihre

Sandra Staub

Ist Facebook Places der Foursquare Killer?

Facebook Places ist jetzt offiziell in den USA gestartet. Allen voran warnt die FAZ vor gläsernen Freunden in Facebook mit leicht hysterischem Unterton. Auch die Süddeutsche Zeitung, die Welt und wie immer plakativ der Spiegel mussten quasi sofort darüber berichten.

Drei Dinge, die selten erzählt wurden:

1. Wer nicht in den USA ist, kann Facebook Places noch gar nicht nutzen. Der Rest der Welt bleibt für den blauen Riesen also vorerst weiß. Ein Startdatum für Europa gibts noch nicht.

2. Die Blogger-Szene munkelt, dass Facebook versucht haben soll Foursquare zu kaufen, dies aber nicht geschafft hat. Jetzt arbeiten die zwei Unternehmen - quasi David und Goliath - immer enger  zusammen.

3. Niemand wird verpflichtet, Facebook Places zu nutzen. Wer also nicht sagen will, bei welcher Party er gerade welche Freunde trifft, der tuts einfach nicht.

Aus der Hype. Es ist nur ein Produkt- und Werbemarkt-Launch.